Balmain Designer­portrait

»Good fashion is evolution, not revolution.«

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H/W 2017 | ©Stefan Knauer

 

Das Modehaus

Gegründet: 1945

Geschäftssitz: Paris, Frankreich

Chefdesigner: 

  • Seit 2012: Olivier Rousteing
  • 2006: Christophe Decarnin
  • 2002 – 2004: Laurent Mercier
  • 1993: Oscar de la Renta
  • 1990: Hervé Pierre Billard
  • 1982: Erik Mortensen
  • bis 1982: Pierre Balmain

Stil: glamourös, sexy, körperbetont

Produktlinien: Haute Couture (bis 2004), Prêt-à-Porter (seit 1982), Pierre Balmain (günstigere Zweitlinie, seit 2012)

Produktgruppen: Bekleidung, Schuhe, Accessoires, Parfum, Damen, Herren (seit 2009)

 


F/S 2018 | ©Stefan Knauer

Modecodes: Blazer mit Schulterposter und Military-Einflüssen


F/S 2009, Entwurf Christophe Decarnin | ©Stefan Knauer

 

Der Designer Pierre Balmain

Geboren 18. Mai 1914 in Savoyen, Frankreich
Gestorben 29. Juni 1982 in Paris, Frankreich


H/W 2017 | ©Stefan Knauer

Pierre Alexandre Claudius Balmain wuchs in den französischen Alpen auf.

Das Interesse für Mode wurde ihm bereits in die Wiege gelegt: Seine Familie betrieb ein Stoffgeschäft. Nachdem sein Vater starb, als er sieben Jahre alt war, verbrachte er noch mehr Zeit zwischen Stoffbahnen und Seide.

Mit 19 trat er in die Fußstapfen seiner Mutter und studierte Architektur an der École des Beaux-Arts in Paris, brach das Studium jedoch ab.

  • 1934-1936: Balmain arbeitet beim englischen Couturier Edward Molyneux in Paris, bis er zum Militärdienst eingezogen wird
  • 1939-1945: Balmain arbeitet neben Christian Dior für den französischen Haute-Couture Hersteller Lucien Lelong
  • 1945: Balmain eröffnet sein erstes Haute Couture Atelier in Paris.
  • 1946: Balmain präsentiert seine erste Komplettkollektion – schlichte Eleganz, figurbetont und die Rocklänge niemals kürzer als das Knie
  • 1946: das erstes Balmain Damenparfum „Élyssée 64-83“ kommt auf den Markt
  • 1948: Balmain stellt den Dänen Erik Mortensen als Design-Assistenten ein. Er wurde Lebens- und Geschäftspartner und kümmerte sich auch nach Balmains Tod weiterhin um das Modehaus

F/S 2017 | ©Stefan Knauer

Nach Kriegsende sehnte sich die Gesellschaft nach Luxus und Verschwendung. Zusammen mit Cristóbal Balenciaga und Christian Dior befriedigte Balmain diese Sehnsucht mit seinen Entwürfen.

Prominente Kunden wie Brigitte Bardot, Hildegard Knef oder die Herzogin von Windsor waren schnell Fans der Marke.

In den 50er Jahren stand das Modehaus in seiner Blütezeit und die erste Welle der »Balmainia« schwappte in die USA über.

1949 eröffnete die erste Balmain Boutique in New York. Währenddessen tourte Balmain mit Models, Designern und Entwürfen um die ganze Welt und kleidete seine prominenten Kunden persönlich ein.

Gleichzeitig beschäftigte er eine häufig wechselnde Anzahl von Designern und Schneidern für sein florierendes Label. Unter anderem Karl Lagerfeld, der zuvor beim Modewettbewerb des internationalen Wollsekretariats den ersten Platz belegt hatte.

Pierre Balmain saß in der Jury und stellte den jungen Designer daraufhin von 1955 bis 1985 als Assistenten ein. Dann wechselte Lagerfeld zu dem französischen Modeschöpfer Jean Pateau.

 

Balmain 1982 bis heute 


F/S 2016 | ©Stefan Knauer
  • 1977 verkaufte Pierre Balmain das Unternehmen an die französische Firma Montagut, da die Verkaufszahlen stetig zurückgingen. Er blieb bis zu seinem Tod 1982 jedoch Chefdesigner.
  • Von 1982 bis 1990 entwarf Balmains Lebenspartner Mortensen die Haute Couture und Prêt-à-Porter Kollektionen, bevor auch er das Unternehmen verließ.
  • 1990 folgte Hervé Pierre Billard als Chefdesigner, konnte aber nicht den gewünschten Erfolg bringen.
  • 1993 bekam Oscar de La Renta den Chefdesignerposten und verhalf dem Unternehmen wieder zu mehr Verkäufen.
  • Ab 1996 designte Oscar de la Renta nur noch die Couture Kollektionen
  • 1997-1998: Andrew Gn als Chefdesigner für Prêt-à-Porter
  • 1998-2000: Gilles Dufour als Chefdesigner für Prêt-à-Porter
  • 2002 bis 2004 Laurent Mercier als Chefdesigner für beide Kollektionen
  • 2004: die letzte Haute Couture Show des Hauses, da der Bereich auf Grund drohender Insolvenz aufgegeben werden muss

Nach zweijähriger Abwesenheit stellte das Unternehmen den ehemaligen »Paco Rabanne«–Designer Christophe Decarnin ein und zeigte äußerst erfolgreiche Prêt-à-Porter Kollektionen. Die neuen Modecodes des Hauses wurden stark betonte Schultern, enge Schnitte und militärische Einflüsse.

Der neue »Rockstar-Chic« löste einen regelrechten Hype (Balmainia) um die Marke Balmain aus, der bis heute anhält.


F/S 2012, Entwurf: Christophe Decarnin, ©Stefan Knauer

Seit 2012 ist der ehemalige »Cavalli«-Designer Olivier Rousteing Kreativdirektor bei Balmain und das Unternehmen erfolgreicher denn je.

Unter Rousteing wurde auch die etwas preisgünstigere Zweitlinie des Hauses, Pierre Balmain, gelauncht.

Im November 2015 reihte sich auch Balmain in die beeindruckende Liste von H&M-Kooperationen ein und verkaufte eine limitierte Kollektion für Männer und Frauen in den H&M Stores weltweit.

Unter Rousteing gewann Balmain viele prominente Kunden wie Kim Kardashian-West, Kylie Jenner und Gigi Hadid.

Gigi, ihre Schwester Bella und auch Kendall Jenner präsentieren regelmäßig die Balmain Kollektionen auf dem Laufsteg.


H/W 2016, ©Stefan Knauer

Im Rahmen der Pariser Fashion Week werden im September 2017 zwölf limitierte Lippenstifte vorgestellt – das Ergebnis aus einer aktuellen Kooperation von Balmain mit L’Oréal. Wir sind gespannt!

Quelle: Instagram @balmain