Alexander McQueen Designer­portrait

1

»Die Menschen wollen keine Kleider sehen – sie wollen etwas sehen, das die Fantasie anregt.«


Alexander McQueen ©Ed Kavishe / fashionwirepress.com

Als jüngstes von sechs Kindern wurde Lee Alexander McQueen am 17. März 1969 in London geboren. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Lee McQueen entdeckte bereits in jungen Jahren sein Talent als Modedesigner.

Nachdem er mit 16 Jahren die Schule abgebrochen hatte, begann er bei der Traditionsschneiderei Anderson & Sheppard eine Ausbildung als Schneider, anschließend arbeitete er für die Schneiderei Gieves & Hawkes. Dort soll er angeblich dem Prinzen von Wales eine Beleidigung ins Innenfutter einer Jacke genäht haben.


Alexander McQueen F/S 2018, ©Stefan Knauer

Alexander McQueen arbeitete anschließend für die Londoner Theater-Kostümbildner Angels & Bermans. Im Alter von 20 Jahren wurde er von dem japanischen Designer Koji Tatsuno, der mit antiken Stoffen arbeitete, angestellt, danach war er in Mailand als Assistent bei Romeo Gigli tätig und studierte am Central Saint Martin’s College of Art & Design, wo er 1992 seinen Masterabschluss machte.

Ein Jahr zuvor wurde seine komplette Abschlusskollektion Jack the Ripper von der zu dieser Zeit einflussreichsten und bekanntesten VOGUE-Stylistin Isabella Blow aufgekauft.


Alexander McQueen F/S 2018, ©Stefan Knauer

Mit Hilfe der Gucci-Group gründete Alexander McQueen 1993 sein eigenes Modelabel alexandermcqueen. In den folgenden Jahren etablierte er sich weltweit zu einem der bekanntesten Designer und wurde im Jahr 1996 mit dem British Designer of the Year Award ausgezeichnet.

Im Oktober desselben Jahres wurde McQueen Chefdesigner für die Haute Couture des Modehauses Givenchy, wo er bis März 2001 arbeitete. McQueen konnte zwar das Interesse der Medien mit dem neuen Posten auf sich ziehen, jedoch war seine Arbeit nicht von großem Erfolg gekrönt, da man keine klaren Strukturen bzw. Linien der Designs erkennen konnte. Ende 2000 verlor Alexander McQueen seinen Posten, zudem wurden 51 % seines eigenen Modelabels an LVMH verkauft.


Alexander McQueen F/S 2018, ©Stefan Knauer

In den folgenden Jahren arbeitete McQueen ehrgeizig an mehreren Projekten. 2002 eröffnete er in L.A den ersten von mehreren Flagship-Stores, arbeitete u.a. mit Puma und Samsonite zusammen, lancierte seine Zweitlinie McQ und kreierte mehrere Düfte. 2003 erhielt der Designer die Auszeichnung Commander of the British Empire für seine Leistung in der Modeindustrie. Ab 2006 entwarf er zudem für Lady Gaga ihre extravaganten, spektakulären Outfits.


Alexander McQueen F/S 2018, ©Stefan Knauer

Am 11. Februar 2010, dem Tag vor der Beerdigung seiner Mutter, erhängte sich Alexander McQueen in seiner Wohnung. Seit Jahren hatte er unter starken Depressionen und Angstzuständen gelitten, hatte sich besonders nach seinen Shows einsam und niedergeschlagen gefühlt.


Alexander McQueen F/S 2018, ©Stefan Knauer

Nach McQueens Tod übernahm Sarah Burton, zu diesem Zeitpunkt für die Marke als Head of Women’s Wear tätig, den Posten des Creative Director. Sie führte das Label ganz im Sinne des verstorbenen Designers weiter und verhalf Alexander McQueen durch das Designen des Hochzeitskleides von Catherine Middleton und Pippa Middletons Brautjungfernkleid zu einer noch größeren internationalen Bekanntheit.


Alexander McQueen F/S 2018, ©Stefan Knauer

Mit aufwendigen Roben aus hochwertigen Materialien und theatralischen Inszenierungen sorgte Alexander McQueen regelmäßig für Aufsehen. Sein Ruf als „Rebell der Modebranche“ eilte ihm schon zu Beginn seiner Karriere voraus – so schickte er beispielsweise einmal blutverschmierte Models auf den Laufsteg.


Alexander McQueen F/S 2018, ©Stefan Knauer

Seine aufwendigen künstlerischen Drapierungen vermischte er vor allem mit düsteren Elementen und futuristischen Designs. Damit zählte Alexander McQueen zu den wichtigsten britischen Designern seiner Zeit.

Text: fashionpress.de